Anki & Knut

Anki & Knut

Mittlerweile sind mehr als fünf Jahre vergangen, dass  mein Weib Anki und ich uns aus Ihmsen, dem kleinen Ort an der Weser, fortstahlen um ein anderes, ein abenteuerliches Leben zu führen und uns der Söldnertruppe anschlossen.  Doch die Jahre des Plünderns und des Mordens forderten Ihre Tribut. Kaum eine Nacht, in der ich nicht von bösen Träumen verfolgt, schweißgebadet aufwachte.

So trennten wir uns von den Söldnern und zogen alleine weiter.
Jetzt waren wir wieder die "Ihmser Leut".
Zurück in unserem kleinen beschaulichem Ort werde ich mein altes Handwerk wieder aufnehmen, den jungen Burschen von den Grausamkeiten des Krieges berichten und ein frommes Leben führen.
Lange Tage oder vielleicht mehrere Wochen waren wir unterwegs. Des Nächtens schlossen wir uns, nach Möglichkeit, anderen Reisenden an, um uns den Räubern und anderen Schelmen erwehren zu können, und morgens setzten wir unseren Weg in Richtung Norden fort. Außerdem hat mein liebes Weib in all den Jahren einen kleinen Teil des Soldes an die Seite gelegt, so dass wir uns stattlich mit guten Werkzeugen ausrüsten konnten, die uns die eine oder andere friedliche Nacht und gute Mahlzeiten auf dem weiten Wege verdienten.
Endlich erreichten wir den Weserfluss, und in wenigen Stunden würden wir auch unser altes Dorf Ihmsen erreichen.
Mir krampfte sich der Magen und Anki, mein Weib, musste sich übergeben. So hatten wir uns unsere Heimkehr nicht vorgestellt. Ihmsen war öd. Wo früher das Leben blühte, lag alles in Schutt und Asche. Verbrannte Erde. Weinend und hoffnungslos nahmen wir uns in die Arme um dann resigniert und ziellos unseren Weg fortzusetzen. Jedoch wies uns das Schicksal wieder einmal auf den rechten Weg.
Die Lemgau, ein schmutziger, verrufener Winkel, sollte auf Grund seiner guten geographischen Lage das Stadtrecht erhalten. Und wo sich Kaufleute niederlassen sind gute Handwerker gefragt. In den ersten Monaten verdiente ich als Zimmermann gerade so viel, dass wir nicht verhungern mussten und  ein Dach über dem Kopf hatten. In der knappen Freizeit baute ich Möbel, ein Handwerk, dass schon mein Vater und dessen Vater ausübten, und deren Künste auch mir in die Wiege gelegt wurden. Diese Möbel fanden bei den reichen Kaufleuten reißenden Absatz. So dass wir uns nach einer kurzen Zeit als wohlhabend bezeichnen konnten.
Graf Bernhardt zur Lippe, unser Landesherr, beschloss sein Schloss in der Brake, bei Lemgau umzubauen. Da sich meine Fertigkeiten bis zu ihm herumgesprochen hatten, bekamen wir das Angebot eine der Katen im Schlossbereich zu bewohnen, um von dort aus an den Bauarbeiten mitzuwirken. Anki bekam eine Anstellung in der Frühstücksküche.
Dort lernte ich einige der hohen Herren kennen, die im Schloss Herberge auf dem Weg zu ihren Kreuzzügen fanden. In den Abendstunden luden sie mich gelegentlich an ihren Tisch, an dem ich ihnen, beim Biere, von der Zeit als Söldner erzählte, von der Last die ich in mir herumtrug. Sie erzählten von Regeln, die mir bis dato nicht bekannt waren, die aber, so schien es mir, ich schon lange gesucht habe. Ritterlichen Werte, erklärten mir die Herren, die miteinander einen Bund geschlossen hatten:
"Bund freier Ritter vom Orden der Rose" nannten sie sich, und sie nahmen uns in ihre Gemeinschaft auf, um mit ihnen gemeinsam die Welt ein bisschen besser zu machen.